Geschenkideen

Geschenke für Großeltern: Ideen für Oma und Opa, nach Anlass

Michael Barel— Co-Founder, Whimbel
Geschenke für Großeltern: Ideen für Oma und Opa, nach Anlass

Geschenke für Großeltern, sortiert nach dem Anlass, für den du wirklich etwas suchst – denn ein Geburtstag, das erste Enkelkind und der Ruhestand sind drei verschiedene Aufgaben. Wo wir eine Zahl nennen, verlinken wir die Quelle; was wir nicht selbst prüfen konnten, haben wir weggelassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sortier nach Anlass, nicht nach Preis. Ein 80. Geburtstag, die Woche nach der Geburt des ersten Enkelkinds und der erste Monat im Ruhestand brauchen verschiedene Geschenke, auch wenn sie gleich viel kosten.
  • „Ich brauche nichts“ heißt unserer Erfahrung nach meistens eins von zwei Dingen: keine neuen Sachen im Haus – oder kein Geld für mich ausgeben. Beides hat eine eigene Antwort.
  • Für Großeltern, die oft auf die Enkel aufpassen, ist Entlastung das bessere Geschenk als ein weiteres Ding: reparieren, was kaputtgegangen ist, die gute Ausrüstung kaufen, ein freies Wochenende.
  • Der Rat „Erlebnisse statt Dinge“ ist für Ältere schwächer belegt, als oft behauptet wird. In einer telefonischen Umfrage aus dem Jahr 2000 unter Menschen in den USA, die in ihrem Haushalt die Geldentscheidungen treffen, nannten 57 Prozent ein Erlebnis und 34 Prozent einen Gegenstand als den Kauf, der sie glücklicher gemacht hat. Bei den 55- bis 69-Jährigen stand es nur 49 zu 38 Prozent: vorn, aber unter der Hälfte (Van Boven & Gilovich, 2003).
  • Einen offiziellen Großelterntag gibt es in Deutschland nicht. Die Anlässe sind Geburtstage, Weihnachten und die großen Einschnitte: das erste Enkelkind, der Ruhestand, ein Umzug.

Zu diesem Ratgeber gibt es ein Gegenstück, sortiert danach, wie weit die Großeltern weg wohnen, denn an Weihnachten entscheidet die Entfernung fast alles. Den Rest des Jahres nicht. Ein 70. Geburtstag, die Woche, in der das erste Enkelkind kommt, und der Monat nach dem letzten Arbeitstag sind drei wirklich verschiedene Aufgaben, und dasselbe Geschenk löst sie nicht alle.

Deshalb sortiert dieser Ratgeber nach Anlass. Viele Listen mit Geschenkideen für Oma und Opa sortieren nach Preis. Das sagt dir, was du dir leisten kannst, aber nicht, was ankommt. Zwei Gedanken liegen unter allem, was folgt.

Erstens: Wahrscheinlich suchst du ein Geschenk für jemanden, der selbst schon viel gibt. Wenn Oma und Opa bei euch mit Zeit, Abholdiensten oder Geld aushelfen, ist ein Geschenk, das ihnen etwas abnimmt, mehr wert als eines, das noch etwas dazulegt.

Zweitens: Am Kontakt fehlt es selten. Wenn die Großeltern per Video anrufen und im Familienchat mitlesen, muss ein Geschenk keine Lücke in der Verständigung schließen. Was dann fehlt, ist eher etwas zum Anfassen. Das ist unsere Einschätzung; mehr dazu im Ratgeber Großeltern auf Distanz.

Geburtstagsgeschenke für Oma und Opa

Bei keinem Anlass ist das „Schenkt mir bloß nichts“ nach unserer Erfahrung so deutlich wie beim Geburtstag. An Weihnachten schenken ohnehin alle; beim Geburtstag gibt es keinen solchen Brauch, hinter dem sich ein Geschenk verstecken kann.

Nimm „Ich brauche nichts“ wörtlich. Meistens steckt eins von zwei Dingen dahinter, und die brauchen verschiedene Antworten. Zu Ich will nicht noch mehr Sachen im Haus passt etwas, das sich verbraucht, das etwas Vorhandenes ersetzt oder gar kein Gegenstand ist. Zu Ich will nicht, dass ihr für mich Geld ausgebt passt etwas, dessen Wert sichtbar Zeit ist. Deshalb wirken die beiden folgenden Ideen stärker als alles Teure.

Ein Interview, aufgenommen und aufbewahrt. Setz dich mit dem Handy hin und frag nach dem eigenen Leben, nicht nach dem der Enkel: „Wo bist du aufgewachsen? Wie hast du deine große Liebe kennengelernt? Was hast du bei deiner ersten Arbeit verdient? Wovor hattest du mit zwanzig Angst?“ Zwanzig Minuten reichen. An dieses Geschenk denkt kaum jemand, es kostet nichts, und es ist das einzige auf dieser Liste mit einer Frist.

Die eigene Handschrift, ordentlich reproduziert. Eine Rezeptkarte, eine alte Postkarte oder die Widmung, die Oma oder Opa vor Jahrzehnten in ein Buch geschrieben hat: hochauflösend gescannt und auf gutes Papier gedruckt, in ein Brett graviert oder auf ein Geschirrtuch gedruckt. Zwei Hinweise. Fotografier die Vorlage flach, bei Tageslicht und ohne Blitz, sonst sieht das Ergebnis aus wie eine Fotokopie. Und gib das Original mit zurück.

Reparier, was sie noch tragen. Die Uhr, die stehen geblieben ist, die Kette mit dem kaputten Verschluss, der Ring, der nicht mehr passt. Unterschätzt, unspektakulär und sofort wieder im Alltag. Es umgeht auch den Einwand mit den Sachen im Haus, denn die Sache ist ja schon da.

Ein Ausflug mit festem Datum statt einer offenen Einladung. Gutscheine ohne Datum landen in der Schublade. Macht das Datum gemeinsam aus, trag es in deinen eigenen Kalender ein, und aus dem Gutschein wird ein Plan statt einer Verpflichtung.

Wenn sie gerade Großeltern geworden sind

Der eine Anlass, bei dem sie wirklich einen Gegenstand wollen, und der einzige, bei dem die Rolle der Beschenkten ganz neu ist.

Was sie sich nicht selbst kaufen können, ist etwas, auf dem das Wort steht: Oma, Opa, Omi, Opa Heinz, Nonna – wie auch immer es bei euch heißen wird. Etwas mit dem Namen, den sie sich ausgesucht haben, geschenkt von den Eltern, kommt an. Etwas mit dem Namen des Babys ist ein Geschenk für das Baby, das zufällig bei ihnen wohnt.

Zwei praktische Hinweise. Frag, welchen Namen sie gewählt haben, bevor du etwas gravieren lässt; der geplante Name übersteht die erste Begegnung mit einem Kleinkind oft nicht. Und das Foto, das sie sich am meisten wünschen, ist das ausgedruckte, auf dem sie das Baby im Arm halten – nicht das Baby allein.

Ruhestand und runde Geburtstage

Ein 70., ein 80., der Abschied aus dem Beruf: Anlässe, bei denen die ehrliche Gefahr ein Geschenk ist, das wie ein Schlusspunkt wirkt.

Besser ist etwas mit Zukunft darin statt einer Zusammenfassung der Vergangenheit: eine verlängerte Jahreskarte mit einer zweiten Karte für ein Enkelkind, ein Kurs, ein Projekt mit Ziel, ein Abo für etwas, das sie ohnehin lesen. Der Unterschied ist größer, als er klingt. Ein Rückblick zum Ruhestand kann wie ein Ende ankommen, und wer ihn bekommt, hat darüber meistens schon selbst nachgedacht.

Wenn du die Leistung selbst würdigen willst, mach es konkret. „Vierzig Jahre Schule“ mit den Namen der Schulen schlägt „Alles Gute zum Ruhestand“ um Längen, weil nur das eine von genau diesem Menschen handeln kann. Gibt es zum runden Geburtstag eine Feier, lass jedes Enkelkind eine Erinnerung aufschreiben oder aufnehmen und überreich die Sammlung am Ende des Tages. Das kostet nichts und lässt sich nicht kaufen.

Hier liegt auch unser eigenes Produkt, lies diesen Absatz also als interessiert: Ein Buch über einen besonderen Menschen, geschrieben für Oma oder Opa selbst, gehört in diese Kategorie. Für ein solches Buch gilt derselbe Test: Es muss von ihnen handeln, nicht von den Enkeln.

Für Großeltern, die bei der Betreuung helfen

Großeltern, die regelmäßig einspringen – beim Abholen von der Kita, an Schließtagen, wenn ein Kind krank ist, in den Ferien –, tragen einen echten Teil der Woche. Das ist keine Klage. Aber die Stunden sind echt, und kaum ein Geschenkratgeber erkennt sie an.

Reparier oder ersetz, was dein Kind bei ihnen kaputt gemacht hat. Der Tritthocker, die Stuhllehne, das Gartentor, das nicht mehr schließt. Unspektakulär, täglich in Gebrauch, und es setzt voraus, dass du hingeschaut hast. Genau das ist der Inhalt des Geschenks.

Kauf die gute Ausführung der Ausrüstung, die sie für dein Kind bereithalten. Das Reisebett, das nicht aus den Neunzigern stammt. Der Kindersitz, der ohne zwanzig Minuten Diskussion ins Auto geht. Völlig unromantisch, sofort in Gebrauch.

Schenk freie Zeit, ohne dass es nach Kritik klingt. Eine Haushaltshilfe für den Winter, ein Essenslieferdienst für einen Monat, ein Wochenende, an dem ihr mit den Kindern wegfahrt. Als Dank verpackt, nicht als Sorge.

Geschenke für Oma

Weniger eine andere Art von Gegenstand als ein anderes Gespräch über das Geschenk.

Etwas über sie statt über die Enkel. Die üblichen Geschenke hier zeigen jemand anderen: ein Rahmen mit den Kindern, ein Kalender mit den Kindern, eine Tasse mit den Kindern darauf. Ein Geschenk, das von ihr handelt, ist so ungewöhnlich, dass es überrascht. Deshalb stehen das Interview und die Handschrift ganz oben in diesem Ratgeber und nicht ganz unten.

Schmuck nur, wenn er konkret ist. Eine beliebige Kette ist eine umgetauschte Kette. Ein Datum, das etwas bedeutet, die Namen der Enkel in der Reihenfolge, die sie selbst wählen würde, oder die Reparatur des Stücks, das sie schon trägt – das funktioniert.

Was du lieber lässt. Alles aus der Familie „Beste Oma der Welt“: ein Geschenk über das Gefühl der Schenkenden, nicht über den Geschmack der Beschenkten. Alles, wofür ein neues Regal nötig wäre. Alles, wofür sie ein Benutzerkonto anlegen muss.

Geschenke für Opa

Drei Dinge kommen hier immer wieder vor, und alle beginnen am selben Punkt: Er hat niemandem gesagt, was er sich wünscht.

Das Abgenutzte, das er nicht ersetzt. Das typische Muster: Jemand greift ständig zu einer abgenutzten Version von etwas und ersetzt sie nie, weil es sich nach Verschwendung anfühlt, etwas auszutauschen, das noch funktioniert. Das für ihn zu erledigen, ist nicht aufregend und meistens richtig.

Gib ihm einen Archivauftrag. Die Kiste mit Dias, der Schuhkarton voller Abzüge, die alten Videokassetten. Lass sie digitalisieren, gib ihm die Dateien zurück und bitte ihn, dir zu erzählen, wer wer ist. Das sind zwei Geschenke, und das zweite – gefragt zu werden – ist das, worauf es ankommt.

Ein Projekt mit dem Enkelkind, das endet. Ein Modell, ein Vogelhäuschen, eine Anzuchtschale, ein Puzzle, das liegen bleiben darf. Mit einem Ziel wird daraus ein Samstag statt einer Verpflichtung.

Die schwierigeren Anlässe

Selten behandelt, dabei sucht man genau hier besonders lange.

Der erste Geburtstag, nachdem Oma oder Opa gestorben ist. Das Geschenk gilt dann dem anderen Großelternteil, und die Regel heißt: würdigen, nicht überraschen. Ein Geschenk, das sich am Tisch als Erinnerung an den verstorbenen Menschen entpuppt, ist vor anderen schwer anzunehmen. Gib es vorher, unter vier Augen, und sag, was es ist, bevor es ausgepackt wird. Unserer Einschätzung nach kommen die Geschenke am besten an, die die Stimme oder die Handschrift eines Menschen bewahren, nicht sein Gesicht.

Das Jahr des Umzugs in etwas Kleineres. Wenn sie in den letzten anderthalb Jahren in eine kleinere Wohnung, ins betreute Wohnen oder ins Heim gezogen sind oder der Umzug bevorsteht, liegt die richtige Zahl neuer Gegenstände nahe null. Das ist der klarste Fall in diesem Ratgeber für Verbrauchbares, Dienste und Zeit. Etwas in ein Zuhause zu stellen, das gerade jemand leerräumt, ist eine Aufgabe in Geschenkpapier.

Wenn Oma oder Opa mit einer Demenz lebt. Hier geben wir bewusst keine eigene Liste. Was einem Menschen mit Demenz guttut, wissen die am besten, die ihn im Alltag begleiten, in der Familie oder in der Pflege. Frag sie, bevor du etwas kaufst.

Was du weglassen kannst, egal zu welchem Anlass

Geld oder Gutscheine, in den meisten Fällen. Wenn die Großeltern eure Familie ohnehin unterstützen, wirkt Geld zurück wie eine Abrechnung, und es landet sehr wahrscheinlich doch bei den Enkeln.

Noch ein Bilderrahmen. Der Rahmen ist nicht der Engpass, das ausgedruckte Foto ist es. Druck das Foto aus und steck es in einen Rahmen, den sie schon haben.

Technik mit Benutzerkonto. Jedes Gerät, bei dessen Einrichtung ein Login, ein Passwort und eine Bestätigungs-E-Mail anfallen, ist ein Geschenk mit Hausaufgaben – es sei denn, du bist dabei und richtest es ein. Das heißt nicht, dass Großeltern mit Technik nichts anfangen können. Es geht nur darum, wer die Einrichtung übernimmt.

Abos, die sich automatisch verlängern. Ein Abo mit fester Laufzeit ist ein Geschenk. Eines, das sich verlängert, ist eine Rechnung, die du in einen fremden Haushalt gebracht hast.

Erlebnisse oder Dinge, ehrlich betrachtet

Jeder Geschenkratgeber wiederholt, dass Erlebnisse glücklicher machen als Besitz, und die Forschung stützt das tatsächlich. In einer telefonischen Umfrage unter 1.279 Menschen in den USA zwischen 21 und 69 Jahren – Menschen, die sich selbst als hauptverantwortlich für die Geldentscheidungen ihres Haushalts bezeichneten, befragt im Rahmen einer Umfrage zur Finanzplanung – sagten 57 Prozent, ein Erlebniskauf habe sie glücklicher gemacht als ein materieller, 34 Prozent sagten das Gegenteil. Der Rest war unsicher; die Prozentwerte beziehen sich auf die 1.263 Personen, die die Frage beantwortet haben (Van Boven & Gilovich, 2003).

Derselbe Artikel sagt einiges, was in der populären Fassung fehlt. Frauen, Jüngere und Menschen in Städten oder Vororten bevorzugten Erlebnisse eher als Männer, Ältere und Menschen auf dem Land. In jeder Gruppe liegen die Erlebnisse vorn, aber bei den Ältesten, auf dem Land und im Ruhestand bleibt der Anteil unter der Hälfte: 49 zu 38 Prozent bei den 55- bis 69-Jährigen, 49 zu 40 Prozent auf dem Land, 47 zu 39 Prozent im Ruhestand oder ohne Arbeit (Tabelle 3, S. 1197). Die Tabelle nennt keine Konfidenzintervalle und keine Signifikanztests; ob sich die Gruppen wirklich unterscheiden, ist also nicht geprüft. Außerhalb der Tabelle berichtet der Artikel, dass Befragte mit dem niedrigsten Einkommen beide Arten von Kauf gleich häufig nannten und Befragte mit der geringsten Bildung etwas häufiger sagten, ein Gegenstand habe sie glücklicher gemacht.

Zwei Dinge kommen hinzu. Die Umfrage stammt aus dem Jahr 2000 und aus den USA; ob es in Deutschland heute genauso aussieht, wissen wir nicht. Und bei einem Ratgeber über Geschenke für Großeltern ist das keine Spitzfindigkeit: Es ist ein Grund, „Schenk ihnen einfach ein Erlebnis“ hier als schwächeren Standardrat zu behandeln als anderswo und die Gegenstände in diesem Ratgeber ernst zu nehmen.

Wo ein persönliches Buch passt – und wo nicht

Wir machen illustrierte Hardcover-Bücher aus den Erinnerungen einer Familie. Lies diesen Abschnitt also als interessiert, nicht als neutral.

Als Geschenk für Großeltern spricht etwas Bestimmtes dafür. Es ist ein Gegenstand, und der fehlt nach unserer Einschätzung oft, wenn der Kontakt längst über das Handy läuft. Es erzählt einen echten gemeinsamen Moment, statt einen Namen in eine Vorlage zu setzen. Und es geht in beide Richtungen: ein Erinnerungsbuch über einen Tag mit dem Enkelkind, geschenkt an die Großeltern, oder ein Buch über Oma oder Opa selbst – ihre Kindheit, ihren Beruf, das, wofür sie in der Familie bekannt sind. Auf die zweite Idee kommen die wenigsten, und sie rührt am meisten; so jedenfalls unser Eindruck.

Praktisch: Die aktuellen Preise stehen auf der Preisseite. Du siehst das ganze Buch als Vorschau, bevor du entscheidest, ob es gedruckt wird, und du kannst weitere gedruckte Exemplare bestellen, etwa eins für jedes Großelternpaar. Nach Deutschland und Österreich ist der Versand kostenlos; für andere Länder zeigt die Versandseite die Kosten, bevor du bezahlst. Wie fertige Bücher aussehen, zeigen unsere Beispiele.

Was dagegen spricht, ganz offen: Es kostet Zeit, die du vielleicht nicht hast. Für jede Person, die gezeichnet werden soll, brauchst du ein Foto. Und es ist eine schlechte Wahl, wenn die Großeltern gerade verkleinern und wirklich keine neuen Dinge wollen; dann geh zurück zu „Die schwierigeren Anlässe“, die Antwort ist dort ein Dienst oder ein Besuch, kein Buch. Wenn du vor allem ihre eigenen Worte bewahren willst, ist das aufgenommene Interview die bessere Wahl – oder ein Eintragbuch, in das sie selbst schreiben.

Häufige Fragen

Was schenkt man Großeltern, die sagen, dass sie nichts brauchen?

Trenn die zwei Dinge, die der Satz meistens bedeutet. Wollen sie keine weiteren Sachen, schenk etwas, das sich verbraucht, das etwas Vorhandenes ersetzt oder gar nicht greifbar ist: einen Dienst, eine Reparatur, einen gebuchten Besuch. Wollen sie nicht, dass du Geld ausgibst, schenk etwas, dessen Wert deine Zeit ist: ein aufgenommenes Interview über ihr Leben, ihre Handschrift ordentlich reproduziert, einen Ausflug, den du organisierst. Beide Lesarten beantwortet ein Geschenk, das man nicht schnell kaufen konnte.

Was ist ein gutes Geburtstagsgeschenk für Oma?

Etwas über sie statt über die Enkel. Die meisten Geschenke für Großmütter zeigen, so unser Eindruck, jemand anderen. Nimm ein Interview mit ihr über ihre eigene Jugend auf, oder lass ihre Handschrift von einer Rezeptkarte oder einem Brief auf etwas übertragen, das sie täglich benutzt. Beides kostet wenig, und niemand sonst in der Familie kann es schenken.

Wie viel sollte man für ein Geschenk für die Großeltern ausgeben?

Eine belastbare Zahl speziell für Geschenke an Großeltern kennen wir nicht, und wir erfinden keine. Nichts in diesem Ratgeber setzt ein großes Budget voraus, und die beiden stärksten Ideen darin – das aufgenommene Interview und die reproduzierte Handschrift – kosten fast nichts.

Was kann man Großeltern schenken, die weit weg wohnen?

Etwas, das einen Gegenstand im Haus hinterlässt oder den nächsten Anruf vorbereitet, statt selbst einer zu sein: zwei Exemplare desselben Buchs, eins in jedem Haushalt, Vorlese-Aufnahmen in beide Richtungen, gedruckte Fotos per Post. Unser Weihnachtsratgeber für Großeltern sortiert jede Idee nach Entfernung, und der Ratgeber Großeltern auf Distanz geht über Geschenke hinaus.

Gibt es in Deutschland einen Großelterntag?

Einen offiziellen Großelterntag gibt es in Deutschland nicht. Wer Oma und Opa beschenken will, braucht also keinen Kalendertag dafür: Die Anlässe sind Geburtstage, Weihnachten und die großen Einschnitte wie das erste Enkelkind, der Ruhestand oder ein Umzug. Und ein Geschenk ganz ohne Anlass ist manchmal das schönste.

Was schenkt man Großeltern, die oft auf die Enkel aufpassen?

Etwas, das die Last kleiner macht oder sie anerkennt. Reparieren, was bei ihnen kaputtgegangen ist, die Ausrüstung ersetzen, die sie für dein Kind bereithalten, oder ein Wochenende organisieren, an dem ihr mit den Kindern wegfahrt: Das kommt als Dank an und nicht als Sorge.

So ist dieser Ratgeber entstanden

Dieser Ratgeber ist die deutsche Fassung unseres englischen Artikels, für Deutschland angepasst statt Zeile für Zeile übersetzt. Die englische Fassung stützt sich auf Umfragen unter Großeltern in den USA, von der Seniorenorganisation AARP: wie viele Großeltern ihre Enkel finanziell unterstützen, wie viele Stunden sie betreuen, wie weit sie entfernt wohnen. Dazu kommen Schätzungen aus dem amerikanischen Handel zu Rücksendungen. Diese Zahlen beschreiben amerikanische Familien; wir haben sie nicht übertragen. Zahlen für Deutschland haben wir weggelassen, bis jemand ihre Quellen selbst geöffnet und geprüft hat. Wo deshalb keine Zahl steht, sagt der Satz, dass es unsere Einschätzung ist.

Übernommen haben wir eine Quelle: die begutachtete Studie von Van Boven und Gilovich aus dem Jahr 2003. Auch sie beruht auf einer Umfrage in den USA, deshalb steht das in jedem Satz, der sie zitiert. Die Zahlen der Studie wurden für die englische Fassung im Volltext des veröffentlichten Artikels gelesen, die Gesamtwerte auf S. 1196, Tabelle 3 auf S. 1197. Der Link führt zum dauerhaften DOI-Eintrag des Verlags; der Volltext dort ist kostenpflichtig, der Link öffnet also die Zusammenfassung, nicht die Zahlen. Die Einschränkungen der Studie stehen im Text: Die Erlebnisse liegen bei den Älteren vorn, aber unter der Hälfte, die Umfrage ist aus den USA und von 2000, und die Unterschiede zwischen den Gruppen sind nicht statistisch geprüft.

Den Verweis der englischen Fassung auf den Geschenkratgeber der amerikanischen Alzheimer's Association haben wir ebenfalls nicht übernommen. Eine deutsche Quelle zum Schenken bei Demenz haben wir noch nicht geprüft, deshalb verweist der Abschnitt auf die Menschen, die den Alltag begleiten. Die Empfehlungen sind redaktionelles Urteil, keine Forschungsergebnisse, und sie sind davon geprägt, dass wir eines der Dinge auf der Liste verkaufen. Wo das ein Interessenkonflikt ist, sagen wir es im selben Absatz.

Quellen

  • Van Boven, L. & Gilovich, T., „To Do or to Have? That Is the Question“, Journal of Personality and Social Psychology, 85(6), 1193–1202 (2003), doi:10.1037/0022-3514.85.6.1193 – die landesweite Umfrage: 1.279 Menschen in den USA zwischen 21 und 69 Jahren, die sich selbst als hauptverantwortlich für die Geldentscheidungen ihres Haushalts bezeichneten, per Zufallswahl angerufen von Harris Interactive im Auftrag von Northwestern Mutual Financial Network, November und Dezember 2000; die Prozentwerte beziehen sich auf die 1.263 Personen, die die Frage beantwortet haben. 57 Prozent (95-%-Konfidenzintervall 54–60 %) nannten den Erlebniskauf als den, der sie glücklicher gemacht hat, 34 Prozent (31–37 %) den materiellen Kauf (S. 1196). Tabelle 3 auf S. 1197 nennt keine Konfidenzintervalle, die Unterschiede zwischen den Gruppen sind also ungeprüfte Punktschätzungen: 55 bis 69 Jahre 49 zu 38 Prozent (n = 268), auf dem Land 49 zu 40 Prozent (n = 246), im Ruhestand oder ohne Arbeit 47 zu 39 Prozent (n = 218). Diese Zahlen und Tabelle 3 wurden im Volltext des veröffentlichten Artikels gelesen; der Volltext beim Verlag ist kostenpflichtig, deshalb führt der Link zum dauerhaften Eintrag des Verlags und nicht zu einem frei zugänglichen Volltext. Van Boven & Gilovich, J Pers Soc Psychol 85(6), 1193–1202, doi:10.1037/0022-3514.85.6.1193
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